Einfach dranbleiben, durchziehen. Darauf kommt es bei Disziplin doch an. Nicht ganz: Denn Disziplin können wir lernen. Und dann ist da noch die Herzenswahrheit, die eine wesentliche Rolle dabei spielt, ob wir an unserem Ziel dranbleiben oder nicht.
Michail Kokkoris ist Verhaltenswissenschaftler an der Vrije Universiteit Amsterdam. Er weiß, wie Menschen Disziplin aufbauen können, bei denen "einfach durchziehen" nicht klappt. Er sagt: "Je öfter man die Strategien für Selbstdisziplin übt, desto disziplinierter wird man."
Strategien für Selbstdisziplin:
- Vermeidungsstrategie: Direkt nach Arbeit zum Sport gehen, um gar nicht erst aufs Sofa fallen zu können
- Bewusst aufschieben oder planen: Das Training für eine bestimmte Zeit am Wochenende einplanen oder einen Kurs buchen
- Zielsetzung und/oder Perspektivenwechsel: Vokabeln lernen ist nicht mehr ätzend, wenn wir wissen, dass wir die Sprache im langersehnten Sommerurlaub einsetzen können
Disziplin ist in unserer Gesellschaft stark an Produktivität gekoppelt, sagt Michail Kokkoris. Dabei erreichen Menschen ihre Ziele erfolgreicher, wenn die Disziplin eine gesunde Balance hat. Daher rät der Verhaltenswissenschaftler ausdrücklich zu Cheatdays und dazu, Scheitern, Fehler und Rückschritte einzukalkulieren.
"Diese Alles-oder-nichts-Einstellung ist kein gutes Rezept für Erfolg."
Michail Kokkoris, Vrije Universiteit Amsterdam
Wir können an unserer Disziplin also arbeiten, indem wir uns ein Ziel setzen, das wir erreichen wollen, Strategien anwenden, um es leichter zu erreichen. Bestenfalls finden wir bei all dem eine gesunde Balance. Doch das Allerwichtigste ist, sagt Michail Kokkoris, dass das Ziel, das wir uns gesteckt haben, zu uns als Individuum passt. "Die Forschung zeigt: Menschen, deren Ziele im Einklang mit ihrem Herzen sind, kommen schneller voran."