Kants Konzeption kosmologischer Freiheit – ein metaphysischer Rest?

Research output: Contribution to JournalArticleAcademicpeer-review

Abstract

Die deutschen Idealisten waren der Auffassung, Kant habe mit seiner transzendentalen Umwälzung der Begründungsproblematik eine Revolution in der philosophischen Denkungsart in Gang gesetzt, die es weniger aufzuhalten als vielmehr dadurch zu vollbringen gelte, daß die Voraussetzungen oder ‚Fundamente‘ der Kantischen Philosophie selbst kritisch in den Blick genommen würden. Zu diesen Voraussetzungen gehört zweifelsohne Kants Architektonik der Vernunft im allgemeinen und die Stellung, die dem Freiheitsbegriff dabei zukommt, im besonderen. Es wird gezeigt, daß Kants Bestimmung kosmologischer oder transzendentaler Freiheit nicht so sehr einen sicheren Ausgangspunkt für Erkundungen im Rahmen der praktischen Philosophie etabliert als vielmehr zunächst eigens zum Thema gemacht werden sollte. Dann wird sichtbar, daß das Profil der kritischen Freiheitskonzeption Kants stark durch die deutsche Schulmetaphysik des 18. Jh.‘s geprägt ist. Damit geraten allerlei Vorentscheidungen und unausgewiesene Konstellationen dieses Profils betreffend in den Blick; Vorentscheidungen und Konstellationen, die sich gemäß Hegels Analyse auch gar nicht ausweisen lassen, sondern den Übergang zu einem allgemeineren Freiheitsbegriff als dem transzendentalen oder kosmologischen Kants erforderlich machen. Die Folgen dieses Sachverhalts werden abschließend illustriert durch eine Betrachtung der Transzendentalphilosophie Bruno Bauchs, des wohl besten Kant-Kenners des Neukantianismus
Original languageGerman
Pages (from-to)179-195
JournalRevista de Estudios Kantianos
Volume2
Issue number2
DOIs
Publication statusPublished - 2017

Cite this